Teiche planen und die wichtigsten Faktoren

Der Standort der Teichplanung ist einer der wichtigsten Faktoren, da durch zu viel Sonneneinstrahlung sich das Wasser zu schnell erwärmt und durch viele Bäume sich die Wasserqualität zunehmend verschlechtert und so Algen entstehen können. Generell den direkten Standort an Bäumen vermeiden wegen Laubeintrag, Nadeln und Blütenstaub. Optimal währen ca. 6 Stunden Sonneneinstrahlung am Tag (halbschattig). Sonnensegel und

Pflanzinseln können dabei helfen. Außerdem ! Bepflanzung als Nährstoffzehrer und Schattenspender einplanen. Gute Nährstoffzehrer sind Rohrkolben, Kalmus, Schilf, Binse, Hechtkraut, und ähnliche.

Fische können ab 80cm im Teich überwintern. Jedoch sollten für Kleinfische 100cm und für Koibesatz mindestens eine Tiefe von 1,50 Meter vorgesehen werden.

Außerdem spielt auch das Material eine große Rolle, aus dem der Teich gebaut wird. Die vier beliebtesten Teichbaumaterialien sind: Teichschalen, Folienteiche, GFK-Teiche und Impermax Teiche.

Teichschalen

Teichwannen sind für den schnellen und einfachen Teichbau geeignet. Diese Gibt es aus PE (Polyethylen) oder GFK. GFK- Teichschalen sind aufgrund der Stabilität zu empfehlen. Diese werden meist nur für Naturteiche ohne Fische verwendet, da sie nicht die passende Tiefe bieten, die die Fische im Winter zum Überleben brauchen. Die „World Lakes Serie“ von Oase z.B. ist auch zur Überwinterung von Kleinfischen geeignet Da diese tiefer als 80cm sind. Hochwertige Wannenteiche haben auch eine Beschichtung mit Sand.

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Bild Oase GmbH

Folienteiche

Folienteiche sind die beliebtesten Teiche bei Hobbygärtnern, da diese sich frei in Form gestalten lassen. Diese Teiche sind für alle Gartenteichfische geeignet (wenn die Tiefe ausreichend ist). Bevor die Folie verlegt wird sollte zuerst ein Vlies gegen Steine und Wurzeln angebracht werden. PVC-Folien lassen sich zwar schwerer verlegen, sind aber dafür verklebar, EPDM-Folien dagegen sind auch sogar in tiefen Temperaturzonen noch sehr elastisch und lassen sich nahezu faltenfrei verlegen. Außerdem kann man auch einen Bodenablauf und einen Wandskimmer für eine Schwerkraftfilteranlage oder einer Pumpenkammer installieren. Geschweißte Folienteiche sind auch sehr beliebt, da man keine Falten hat und die Folie sehr langlebig ist. Die Folie zu schweißen sollte ein Fachmann übernehmen, da sonst leicht Undichtigkeiten übersehen werden.

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Bild Oase GmbH

 

GFK-Teiche

GFK-Teiche (Glasfaser Verstärkte Kunststoff -Teiche) sind hauptsächlich für die anspruchsvolle Koihaltung geeignet, da diese Art von Teichbau sehr aufwendig und kostenintensiv ist. Dabei werden immer Glasfaser und Kunstharz miteinander auf Betonwänden oder speziellen Vlies verbunden und das meist über zwei bis drei Schichten. Dies kann meist nur von Teichbauer durchgeführt werden. Diese Art von Teichbau ist sehr hygienisch und bietet viele Möglichkeiten in Form und Farbe.

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Impermax Teiche

Impermax Teiche sind noch sehr unbekannt haben aber eine gute Qualität. Diese Variante nähert sich GFK-Teichen. Impermax ist eine Art flüssige Teichfolie, die mit einer Farbrolle problemlos in gemauerten Teichen aufgetragen werden kann. So hat man auch wieder freie Gestaltung in Form. Die flüssige Folie ist auch wie GFK in sämtlichen Farben erhältlich.

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Quelle: http://www.impermax.de/imerpax-farben/                         [Stand: 04. Mai 2015]

Weitere Informationen unter: http://www.impermax.de


Planung und Umsetzung

Wenn Sie sich für eine der Varianten entschieden haben und die Gegebenheiten entsprechen, kann man nun zur Planung der Form und zum Fischbesatz übergehen. Die meist gebauten Teiche sind rechteckig oder haben eine leichte achter Form. Außerdem sollte man möglichst senkrechte Wände haben, da sich so am wenigsten Ablagerungen bilden können. Zu bedenken ist aber, dass Goldfische erst ab 1m3 eigesetzt werden können und Koikarpfen erst ab 5m3 da die Fische noch wachsen. Außerdem sollte man beachten, wenn man einen Bodenablauf plant, dass der Teichaushub mindestens 10 cm Tiefer sein sollte als geplant, da das Rohr einen Durchmesser von 110 mm hat. Es sollte auch feststehen, ob man eine Schwerkraftfilteranlage installieren will oder eine Filteranlage in gepumpter Version. Unbedingt sollte auch darauf geachtet werden, dass alle Bereiche vom Teich durchströmt werden (Filterauslauf, Pumpensog, Skimmersog, Sog durch Bodenablauf) Es sollte auch immer eine Flachwasserzone eingeplant und dicht bepflanzt werden.

Bachläufe oder Wasserfälle könnten auch noch im Nachhinein geplant werden, es ist aber immer zu empfehlen, alles gleich umzusetzen.

Da Schwerkraftfilteranlagen einen Filterkeller brauchen, ist es zu empfehlen diesen zu mauern und die Anschlüsse dafür vorherzusehen. Außerdem ist zu beachten, dass eine Filteranlage immer einen Schmutzwasserablauf benötigt, der in die Kanalisation oder in eine Zisterne geht. Es ist auch immer vorherzusehnen, dass am Teich Strom für die komplette Technik da sein muss. Hier ist es zu empfehlen zwei Stromkreiskäufe zu erstellen, die mit jeweils einem FI-Schutzschalter abgesichert sind.

 

Wenn nun die Wanne eingegraben, die Folie verlegt oder GFK und Impermax gestrichen wurde, die Leitungen verlegt sind so wie die Filteranlage angeschlossen ist, kann der Teich nun mit Leitungswasser gefüllt werden. Dabei sollte aber vor dem Befüllen des Teiches das Leitungswasser zuerst mit Teststreifen wegen dem Härtegrad geprüft werden.

Beim Befüllen des Teiches sollte man immer auf die Wasseruhr schauen, wie viel m³ der Teich wirklich hat, dies Hilft bei vielen Faktoren!

Wenn der Teich dann langsam gefüllt und die Filteranlage in Betrieb genommen wurde, dauert es mit Zugabe von Staterbakterien ca. zwei Wochen, bis die Teichbiologie im Filter soweit ist, damit man die Fische einsetzen kann, ohne Zugabe von Bakterien kann es bis zu 3 Monate dauern.

 

Alle Angaben ohne Gewähr

© Stefan Lacher